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Jakob Augstein ein Antisemit?

Rituale und Tabus in der Medienwelt

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Es gibt in den hiesigen Mediendebatten ein Tabu, das gerne als Ritual verkleidet wird: Bei Themen, die mit Juden zu tun haben, ist Empfindlichkeit von Nöten. Der Gedanke an den Holocaust verbietet leichtfertige Analogien, assoziatives Gleichsetzen, plump Dahingesagtes. Wie jedes Tabu hat auch dieses eine hilfreiche Funktion: Es sichert ein Mindestmaß an Zivilität. Wir konnten das bei der Beschneidungsdebatte verfolgen: Wären von der Frage, ob das Entfernen der Penis-Vorhaut eine Körperverletzung darstellt, nur Muslime betroffen, wir hätten heute noch ein sarrazinisches Toben in den Boulevardmedien bis hinein in die Feuilletons, das schwer zu bändigen wäre. So aber traf bzw. trifft es auch Juden – und da wird das Ressentiment, dem Tabu sei Dank, unterdrückt. Wie gesagt: ein Ritual.

Nach den Gesetzen der Medienwelt, wonach ein Pendel nicht in die eine Richtu...


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