Harald Neuber 05.01.2013 / Ausland

Chance auf späte Gerechtigkeit

Die chilenische Justiz verfolgt 39 Jahre nach der Tat die Mörder des legendären Sängers Víctor Jara

Das juristische Nachspiel zur Ermordung des Sängers und Gitarristen Víctor Jara zu Beginn der Pinochet-Diktatur 1973 ist nach fast vier Jahrzehnten angelaufen: Sechs Beschuldigte des Mordes an dem Liedermacher haben sich in Chile der Justiz gestellt. Ein Hauptverdächtiger lebt in den USA.

In Chile ist das Thema Víctor Jara diese Woche in aller Munde. Medien erinnerten an die Geschichte des Liedermachers und Theaterregisseurs, der am 12. September 1973 mit hunderten Studierenden, Dozenten und Mitarbeitern der Technischen Universität festgenommen wurde. Seinen Tod fand er vier Tage später im Stadion von Santiago, das die Putschisten zum Konzentrationslager gemacht hatten. Wenige Tage später hätte er seinen 41. Geburtstag gefeiert. Die Leiche, die seine Frau am Folgetag identifizieren musste, wies zahlreiche Knochenbrüche, Brandwunden und 44 Einschusslöcher auf.

Während vier mutmaßliche Mörder ihres Mannes am Dienstag in das Gefängnis des Ersten Polizeibataillons gebracht wurden, trat Joan Turner de Jara vor die Presse – 39 Jahre danach, am Ort des Verbrechens, dem Stadion, das seit 2003 nach Víctor Jara benannt ist: »Es fällt mit schwer zu sprechen«, sagte die gebürtige Britin. Es sei kein Moment der Freude, sondern d...

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