Italien greift durch

Zukünftig darf die Polizei Fußballspiele bei rassistischen Vorfällen abbrechen

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Kevin-Prince Boateng, der in Berlin geborene Fußballprofi des AC Mailand, hatte nach rassistischen Beschimpfungen gegnerischer Fans im Testspiel bei Pro Patria vor einer Woche den Platz verlassen. Sein mutiger Spielabbruch hat ein in italienischen Stadien lange vernachlässigtes Problem in den Fokus gerückt.

Zuerst die gute Nachricht. Künftig sollen Fußballspiele in Italien auf Anordnung des jeweiligen Polizeichefs im Stadion nach rassistischen Vorfällen in den Fankurven gestoppt werden. So beschloss es die staatliche Kommission für Sportveranstaltungen am Mittwochabend. Dem entschlossenen Handeln der Politik war der couragierte Spielabbruch des AC Mailand im Testspiel am 3. Januar gegen Pro Patria vorausgegangen. Nach rassistischen Beschimpfungen gegen Kevin-Prince Boateng und andere dunkelhäutige Mailänder Profis schnappte sich der gebürtige Berliner den Ball, drosch ihn wütend in die Kurve, aus der die Affenlaute gekommen waren und verließ den Platz. Das komplette Team folgte ihm.

Nun zu den...


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