Denken ohne Tabus

Im Kino: „Hannah Arendt" von Margarethe von Trotta

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Zwei Scheinwerfer-Kegel im Schwarz der Nacht. Sie rücken näher, gehören zu einem Bus, der auf einer abgelegenen Landstraße hält. Ein Mann steigt aus, mit einer Taschenlampe leuchtet er. Ein Lkw hält neben ihm, die Rückklappe fällt herunter, er wird hinaufgezerrt, der Fahrer gibt Gas.

Das ist die Eingangsszene zu Margarethe von Trottas „Hannah Arendt", sie dauert nur einige Sekunden und zeigt die Entführung von Adolf Eichmann durch den israelischen Geheimdienst. Damit beginnt auch die Geschichte von der „Banalität des Bösen". Das ist jener Begriff, auf den die Philosophin Hannah Arendt als Prozess-Beobachterin 1961 in Jerusalem den Typus Adolf Eichmann brachte, dieses eigenschaftslosen Schreibtischtäters, der Befehlen gehorchte, sich auf geltende Gesetze der NS-Zeit berief und doch „nur" Fahrpläne zusammenstellte - nach Auschwitz. „Jetzt hast Du das Raubtier endlich gehört", sagen ihr Freunde in Jerusalem. Raubtier? Sie hat da einen Nobody gesehen und gehört, einen Bürokraten ohne eigene Meinung. Kein Dämon, kein Überzeugungstäter, bloß ein diensteifriger Verwalter, dessen Akten zufällig den Massenmord an den Juden zum Inhalt hatten.

Der Begriff von der „Banalität des Bösen" ist inzwischen klassisch geworden, ein Tei...

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