Geldstrafe für Lidl

Giftiger Käse wirkte 2010 tödlich

Drei Jahre nach einem Skandal um verseuchten Käse muss der Discounter »Lidl« Geldbußen von insgesamt 1,5 Millionen Euro zahlen. Das Unternehmen aus Neckarsulm kündigte am Dienstag an, die Entscheidung des Amtsgerichts Heilbronn anzunehmen und bedauerte, damals die Ergebnisse von routinemäßigen Untersuchungen falsch interpretiert zu haben. Zudem müssen vier Beschäftigte Geldstrafen zahlen.

Die Handelskette hatte im Januar 2010 den Harzer Käse der österreichischen Firma »Prolactal« zurückgerufen, weil dieser mit Listerien belastet war. Laut Staatsanwaltschaft waren 2010 vier Konsumenten des Käses an Listeriose erkrankt, ein Mensch starb an den Folgen der Lebensmittelvergiftung. Die Bakterien werden üblicherweise durch die Pasteurisierung vernichtet, können sich aber vermehren, wenn befallene Lebensmittel eingefroren werden.

Das Unternehmen habe seine gesetzlichen Untersuchungspflichten jederzeit eingehalten, betonte ein Sprecher. Allerdings habe es auf erste Hinweise im Juni 2009 falsch reagiert. Laut Gericht hätte Lidl spätestens Ende 2009 einen Lieferstopp veranlassen müssen. Den Rückruf leitete das Unternehmen erst nach einer behördlichen Warnung aus Österreich ein.

Für vier »Lidl«-Mitarbeiter wurden Geldstrafen zwischen 27 000 und 58 500 Euro festgesetzt sowie zusätzlich gegen zwei von ihnen Geldbußen in Höhe von je 7000 Euro. Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Beschuldigten für die Erkrankung von Geschädigten lasse sich nicht mit Sicherheit nachweisen, so die Staatsanwaltschaft, die »Lidl« nicht namentlich nennt. dpa

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