Linke zersplittert und zerstritten

Arabische Parteien sind für Shelly Jachimowitsch »keine Partner«

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vor den Parlamentswahlen befindet sich Israels Linke in einer Krise: Zerstritten und zersplittert, hat sie Schwierigkeiten, sich in der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten zu verorten. Stattdessen wird mit Macht versucht, sich alle Optionen offen zu halten - auf Kosten des Programms.

Es war ein dramatischer Moment, wie man ihn in Israel liebt: Zipi Livni hatte gerade in die Kamera gesagt, dass sich die Spitzen der linken und zentristischen Parteien dringend auf eine gemeinsame Linie einigen müssten und dass sie offen für Gespräche sei - »jederzeit, überall«. Und schon piepste, mitten in der Livesendung, ihr Telefon. Shelly Jachimowtisch, Vorsitzende der Arbeitspartei, hatte eine Nachricht geschickt: Man möge sich doch bitte so bald wie möglich treffen. Doch die Zusammenkunft Livnis mit Jachomwitsch und Jair Lapid, dem Chef der zentristischen Jesch Atid, verlief wenige Tage später im Sande.

Und das, obwohl es nur um eine einzige Sache gegangen war: ob sich die drei Parteien darauf einigen könnten, eine Koalition mit dem derzeitigen Regierungschef Benjamin Netanjahu auszuschließen. Denn wie es aussieht, werden alle drei Parteien zusammen mehr Mandate bekommen als die Netanjahu-Liste Likud-Beitenu. Gemeinsam ...

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