Genug gespielt: Atari meldet Insolvenz an

Computerpionier will US-Geschäft sanieren

New York (dpa/nd). Der Computerspielepionier Atari hat einen Insolvenzantrag für sein Geschäft in den USA gestellt, um sein Geschäft neu aufzustellen. Das über 30 Jahre alte Unternehmen, dass mit Spielen wie »Pong« oder »Asteroids« einst am Anfang der Computerspieleindustrie stand, will sich unter Schutz vor seinen Gläubigern sanieren. Atari kämpfte schon lange mit Problemen. Ziel sei, das US-Geschäft von der französischen Mutterfirma abzutrennen und mit dem Geld neuer Investoren eigenständig fortzuführen, berichtete die »Los Angeles Times«. Ataris Zukunft soll danach auch in mobilen Spielen liegen. Es seien bereits mehrere Millionen Dollar für die Fortführung des Geschäfts gesichert worden, hieß es.

Atari stellt schon lange keine eigenen Spielekonsolen mehr her, sondern entwickelt nur noch Spiele. Der Großteil des Geschäfts liegt in den USA, das Unternehmen hat seinen Sitz aber inzwischen in Europa und ist an der französischen Börse notiert. US-Tochter Atari Inc. und drei weitere Firmen stellten am Sonntagabend einen Insolvenzantrag in New York.

Hintergrund ist laut »Los Angeles Times« auch die Trennung vom bisherigen Geldgeber BlueBay Asset Management. Eine Kreditlinie über 28 Millionen Dollar sei zum Jahresende 2012 ausgelaufen und damit sei Atari ohne Geld für die Weiterentwicklung laufender Projekte gewesen. Versuche, schnell frische Mittel aufzutreiben, seien unter anderem an der französisch-amerikanischen Unternehmensstruktur gescheitert.

Atari wurde 1972 gegründet, fing mit Spieleautomaten an und war Pionier auf dem Spielkonsolenmarkt und bei Heimcomputern.

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