Doktorin auf Bewährung

Bundesbildungsministerin Annette Schavan könnte ihren akademischen Titel verlieren

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Düsseldorfer Universität hat am Dienstagabend ein formelles Verfahrens zur Aberkennung des Doktortitels gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan aufgrund von Plagiatsvorwürfen eingeleitet. Parteifreunde der CDU-Politikerin und Vertreter der Wissenschaft stärken indes der Ministerin den Rücken.

Am Tag nach der Entscheidung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf begann für Schavan der Kampf um die öffentliche Meinung. Sie selbst sieht sich auf der sicheren Seite. Sie sei »überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden«, ließ sie über einen Sprecher mitteilen.

Eine wichtige Rolle werden in den nächsten Wochen und Monaten die Gutachter spielen. Ein nach dem Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe vor rund acht Monaten beauftragter Gutachter kam zum Ergebnis, Schavan habe bei ihrer vor mehr als 30 Jahren angefertigten Dissertation absichtlich geschummelt. Auf dieses Gutachten stützt sich die Promotionskommission der Universität. Der Expertise ist nur mit einem zweiten Gutachten beizukommen. Ein solches forderte gestern Jan-Hendrik Olbertz. Der jetzige Präsident der Berliner Humboldt-Universität, der von 2002 bis 2010 einer CDU-geführten Landesregierung in Sachsen-A...


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