Stinken müsste es!

Kurt Weills »Der Kuhhandel« in der Komischen Oper Berlin

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Harmlos der Schmutz, den »Der Kuhhandel« aufwirbelt. Am Ende obsiegt der Frieden, und Juan und Juanita können sich endlich ihre lebenssichernde Kuh kaufen, die der Staat Santa Maria ihnen zwei Mal geklaut hat. Groß ausgestellt das zweite Finale, zu groß, unwirklich, peinlich, verfehlend den Blick auf die Qualmwolken, die Detonationen jetziger Kriege. Alle Hauptakteure bannt zuletzt ein Bild, getürmt zur Pyramide. Dann wird »abjeblend«.

Kurt-Weill-Woche an der Komischen Oper Berlin, Intendant Barrie Kosky hat die Operette, hier weitgehend konzertant, auf die Bühne gehoben. Nicht einmal Kuhmist kommt aus den bunten Pappkühen, die treudoof seitlich hochwärts aus den Luken schauen. Selbst die großen Exemplare, die der Showmaster, der Waffenhändler Filipe Chao, auf die Bühne zerrt, damit die Leute was zu lachen haben, selbst diese Viecher scheißen nicht, dass es stinkt. Dabei hätte es stinken müssen. Ganze Kuhfladen hätten sich übe...


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