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Strategiemangel

Grit Gernhardt über das Schreckgespenst Fachkräftemangel

Seit Monaten malen Wirtschaft und Politik das Schreckgespenst vom Fachkräftemangel an die Wand, der die deutsche Konjunktur über kurz oder lang zum Erliegen bringen könnte. Die Bundesregierung erarbeitete ein Konzept zu Behebung des Mangels, am Mittwoch wurden die nur teilweise optimistisch stimmenden Zwischenergebnisse vorgestellt. Allerdings ist bereits die Grundannahme nicht haltbar: Untersuchungen zeigen nämlich, dass es nur in einigen Bereichen wie Naturwissenschaften und Technik sowie in einigen Regionen an geeigneten Bewerbern fehlt. Hier wird in naher Zukunft wohl tatsächlich vergeblich nach gut ausgebildeter Verstärkung gesucht.

Und in letzterem Attribut liegt das Problem: Bildung ist der Schlüssel zu guter Ausbildung und diese wiederum zu einem hoch qualifizierten Job. Da Kinder aus Arbeiter- und Migrantenfamilien in Deutschland erwiesenermaßen vom Bildungssystem benachteiligt werden und trotz aller Anstrengungen häufig nur niedrigere Abschlüsse als ihre Altersgenossen erreichen, sind sie folgerichtig auch auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Dazu schweigt Schwarz-Gelb jedoch. Stattdessen werden munter Gelder für Weiterbildung und Qualifizierung gekürzt. Falls die Regierung sich zum Ziel gesetzt haben sollte, den Fachkräftemangel auf möglichst viele Branchen auszuweiten, ist sie auf einem guten Weg.

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