Der Nein-Sager aus Budapest

Viktor Orbáns verzweifelter Kampf um eine nationale Wirtschaftspolitik

  • Von Hannes Hofbauer
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gibt sich im eigenen Land gern als trotziger Widerständler im Kampf gegen das Diktat des Internationalen Währungsfonds (IWF). In der Praxis jedoch folgt er dessen Vorgaben - zum Schaden der Armen.

In der Markthalle in Obuda sind mittags nur wenige Käuferinnen und Käufer unterwegs. Neben der Kälte draußen dürften auch die hohen Preise in der Halle dafür verantwortlich sein. Die Lebensmittel sind fast so teuer wie in Deutschland oder Österreich. Ein Kilo Weißbrot umgerechnet 1 Euro, Kartoffeln sind für 60 Cent das Kilo zu haben, der Preis für ein Kilogramm Zwiebeln beträgt umgerechnet 1,10 Euro, während man für ein Kilo ausgelöste Schweinsschulter 5 Euro auf das Verkaufspult legen muss. Die Straßenbahn- oder Busfahrkarte kostet 1 Euro, die Monatskarte 50. Löhne und Renten liegen indes weit unter den deutschen oder österreichischen.

Kritische Botschaften auf Fidesz-Plakaten

Wer heute als junger Mensch eine Arbeitsstelle antritt, wird mit 430 Euro monatlich abgespeist, wovon nach Abzug der Sozialabgaben weniger als 300 Euro übrig bleiben. Der durchschnittliche Rentner muss mit 230 Euro im Monat auskommen, die Mindestren...


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