Unschuldslamm

Kölner Kardinal wähnt sich als Aufklärer im Kölner Hospitalskandal

  • Von Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Beschämt über, aber nicht verantwortlich für die Abweisung einer vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken: Kölns Kardinal Meisner reicht den Schwarzen Peter weiter an den Krankenhausbetreiber.

Solche beinahe schon demütigen Worte ist man von Joachim Kardinal Meisner nicht unbedingt gewohnt. »Was im Dezember des vergangenen Jahres einer jungen Frau in zwei katholischen Krankenhäusern widerfuhr, hätte nie geschehen dürfen. Sie suchte Hilfe in großer Not und fand keine Aufnahme.« »Dieser Vorgang« in den beiden vom Cellitinnen-Orden betriebenen Hospitälern beschäme ihn und widerspreche dem »christlichen Auftrag und Selbstverständnis«, betonte der Erzbischof des Erzbistums Köln. Schließlich bat der Gottesmann gar um Entschuldigung.

Hoch war der Druck, der den Würdenträger zur Flucht nach vorn nötigte: Die »richtige Strafe für so viel Unmenschlichkeit«, tobte selbst CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn, wäre es eigentlich, die beiden Krankenhäuser »vom Netz zu nehmen«. Ähnlich argumentierte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens: Im Extremfall sei es denkbar, katholische Krankenhäuser oder zumindest Gynäkologien aus dem ...


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