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Der Reaktor BER II

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Forschungsreaktor BER II befindet sich im Wald unweit des Wannsees, an der Glienicker Straße 100. Er wurde 1973 in Betrieb genommen. Die Leistung wurde bei einem Ausbau in den Jahren 1985 bis 1989 von fünf auf zehn Megawatt erhöht. Zum Vergleich: Atomkraftwerke können mit 3000 bis 4000 Megawatt aufwarten.

Der Reaktor BER II kostet jährlich 35 Millionen Euro. Betreiber ist das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) für Materialien und Energie, eine GmbH, die zu 90 Prozent dem Bund und zu zehn Prozent dem Land Berlin gehört.

Der Reaktor liefert Neutronen für wissenschaftliche Untersuchungen, die von Chemikern, Physikern und Biologen angestellt werden. In einem offenen Wasserbecken hängt der Reaktorkern mit 30 Brennelementen und insgesamt rund neun Kilogramm Uran-235. Pro Jahr werden zu Forschungszwecken 2,5 Kilogramm Uran verbraucht. Kernkraftwerke benötigen 1,5 Tonnen.

2011 gab es Berichte über einen Riss im Kühlsystem. Wasser soll aber nicht ausgetreten sein. Die Strahlenbelastung der unmittelbaren Umgebung liegt laut HZB unter zehn Mikrosievert pro Jahr - was einem Bruchteil der natürlichen Strahlenbelastung entspricht, die in Berlin zwischen ein und zwei Millisievert beträgt.

Im Katastrophenfall würden im Umkreis von vier Kilometern Jodtabletten an alle Einwohner unter 45 Jahren verteilt werden. Anwohner im Umkreis von acht Kilometern könnten dann aufgefordert werden, die Häuser nicht zu verlassen. BER II hat einen Vorgänger: BER I ging 1958 in Betrieb und geriet 1971 außer Kontrolle. Er wurde 1972 stillgelegt und 1974 entsorgt.

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