Gottfried Braun 26.01.2013 / Kultur

Warum die Demnach-Grippe grassiert

MEDIENgedanken: »Opfer-Abo« ist das Unwort des Jahres, Sprache aber kommt noch durch andere Wörter zuschanden

Hat sich eine Tageszeitung mit dem Gebrauch eines vertrauten Wortes zu befassen, abseits vom Thema des politischen Missbrauchs? Gewöhnlich nicht. Stößt sie jedoch auf einen Unglücksfall der Medienpraxis mit einer Fernwirkung, die sie selbst berührt, dann ist Nachdenken gefordert.

Zum Tatbestand: Seit Menschengedenken signalisiert das Wörtchen »demnach« eine Folgerung. Es ist gleichbedeutend mit »also, folglich, demzufolge«, wie Karl-Heinz Götterts »Neues Deutsches Wörterbuch« von 2012 bestätigt. Nach wie vor könnte das Adverb klärend dem Verknüpfen von Aussagen dienen, wäre nicht unter der Hand etwas Seltsames geschehen: Das Wort ist zuschanden gekommen.

Es begann spätestens vor drei Jahren. Mit einem Mal fanden sich in der deutschsprachigen Presse Nachrichtenpassagen der folgenden Art: »Bei dem Angreifer handelt es sich laut RIA Nowosti um einen 35-jährigen Firmengeschäftsführer. Die Polizei habe ihn festgenommen und Er...

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