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Albtraum im Wohnzimmer

Dauerhafter Ausnahmezustand - ein persönlicher Armutsbericht

  • Von Roberto De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Neulich sah ich im Fernsehen den zweiten Teil von »Bridget Jones«. Dort trifft die Hauptdarstellerin auf einer Versammlung britischer Snobs eine Anwaltsgattin, die klarmacht, warum es schlecht sei, Obdachlosen Geld zu geben. Wegen des Saufens natürlich; ähnlich dachte Steinbrück letztens laut nach, und die Berechnung des Hartz-Regelsatzes beruht exakt auf dieser Prämisse. Die ganze Geschichte sei letztlich, so die feine Dame, dass sich diese Menschen entschlossen hätten, arm zu sein.

Ich weiß, was es bedeutet, wenig Geld in der Tasche und ebenfalls wenig auf dem Konto zu haben, sich sozial minderwertig zu fühlen, sich begutachtet vorzukommen. Die kleinen finanziellen Kalamitäten des Alltages zu stemmen, wie das Kopiergeld für das Schulkind, mal hier knapsen, mal dort rationieren, zum Monatsende aus der Dose spachteln.

Besonders die soziale Stellung, die der deutsche Journalismus so unnachahmlich bösartig verfest...


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