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An der vordersten Front

Christin Odoj über Frauen in der US-Armee

Von Frauen wird (und das ausnahmsweise auch von ihnen selbst) gerne behauptet, sie seien berechnender und gewiefter als Männer, wenn es um ihre Karriere geht. Und das ist des Öfteren Quatsch. Aber von vorne: Der scheidende US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte am Mittwoch verkündet, dass künftig auch Frauen an vorderster Front (wo immer sich diese in Kriegen wie in Afghanistan befinden mag) kämpfen, töten und sterben dürfen, wenn sie es denn so unbedingt wollten - das gebiete die damit nahezu vollendete Emanzipation. Denn die Entscheidung geht ausgerechnet auf vier US-Soldatinnen zurück, die im November 2012 Klage gegen die völlig antiquierte »Combat Exclusion Rule« von 1994 eingereicht hatten. Es sei ungerecht, sich auf Patrouillengängen anschießen oder verletzen lassen zu müssen, ohne dafür, wie ihre männlichen Kollegen in Teilen der Infanterie oder Artillerie, die entsprechende Anerkennung, bessere Aufstiegschancen durch heroischere Kriegsgeschichten und wohl auch mehr Sold zu erhalten.

Dieser Plan aber, liebe Colleen Farrell, Zoe Bedell, Jennifer Hunt und Mary Jennings Hegar, wird mächtig nach hinten losgehen. Statt der vermeintlichen Karriere im Führungsstab und zahlreiche Orden erwarten Euch und die Kolleginnen nun vermehrt Therapien wegen PTSD (posttraumatische Belastungsstörung). Die Suizide im US-Militär haben im letzten Jahr übrigens einen neuen Höchststand erreicht und übertreffen damit die Zahl der im Kampfeinsatz getöteten Soldaten.

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