Tunesiens Unvollendete

Zwei Jahre nach dem Sturz Ben Alis steht das Land am Scheideweg

  • Von Pepe Egger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Zwei Jahre nach dem Umsturz ist Tunesien ein gespaltenes Land im Übergang: Während die Gewerkschaften und die Linke die Revolution zu voll-enden trachten, verhandeln die Islamisten in der Übergangsregierung ein Beistandsabkommen mit dem IWF.

Das Gedenken zum zweiten Jahrestag des Sturzes der Gewaltherrschaft von Präsident Ben Ali in Tunis war zweigeteilt: Auf der Avenue Habib Bourguiba im Zentrum der Hauptstadt trafen die Anhänger der vormals verbotenen und nun regierenden Partei Ennahdha auf Militante der Linken, der Volksfront und anderer Gruppen. Beide feierten die Revolution und verhöhnten das jeweils andere Lager. Das war am 14. Januar.

Der Kampf um das Erbe der Revolution, um die Bedeutung des Umsturzes, ist voll entbrannt und noch ist unklar, wer ihn gewinnen oder welcher Kompromiss aus dem Kräfteverhältnis zwischen den verschiedenen Akteuren resultieren wird.

Samir Chafi, stellvertretender Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes UGTT, konstatiert: »Die Revolution ist noch nicht voll-endet; wir haben zwar den Kopf des früheren Regimes abgesetzt, aber die Revolution hat ihre Ziele noch nicht erreicht.« Tunesien befinde sich in einer Phase des Übergangs...


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