Werbung

Krieg auf Sparflamme?

Dabei sein, doch kaum beteiligt sein - diese deutsche Taktik scheint noch aufzugehen. Die beiden Transall-Maschinen, die seit zehn Tagen im Mali-Einsatz sind (die dritte ist nur Reserve), haben bislang nicht viel geleistet. Bei 25 Flügen haben sie gerade einmal 182 Passagiere und 50 Tonnen Fracht befördert. Man holt Soldaten samt Fracht aus Niger, Togo und dem Tschad. Ausgeladen wird in Malis Hauptstadt Bamako.

Die fliegende Tankstelle, die die Luftwaffe über Afrika aufbauen soll, wird frühesten Ende des Monats einsatzbereit sein. Denn man will nun doch beim Bundestag ein Mandat abholen. Das Parlament trifft sich karnevalsbedingt erst wieder am 18. Februar. Der entsprechende Beschluss wird dann noch einige Stufen durchberaten. Mehr als einen A310 MRTT-Tanker wird die Bundeswehr nicht aufbieten, um französische »Mirage« und »Rafale« zu säugen. Zwar könnte man weitere Airbus-Maschinen umrüsten, doch dann fehlen sie als Frachter für Afghanistan. Zudem hält man die Maschinen als fliegenden Lazarette bereit. Der Krieg in Afghanistan kann vor dem Abzug noch jede Menge Überraschungen bereithalten.

Dass man der malischen Armee Lazarettausrüstungen schenkt, ist vor allem von Vorteil für die Bundeswehr. Sie sind von altem Standard und müssten zum Teil als Sondermüll entsorgt werden. Dass die Lazarette und rund 70 Fahrzeuge aus Bundeswehrbeständen bereits seit einiger Zeit in Mali sind, besagt nur, dass diese Entsorgungsvariante seit langer Zeit geplant war. hei

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!