Der naive Wunsch nach Sauberkeit

Politiker und Funktionäre reagieren reflexartig, aber lösungsarm auf den weltweiten Wettskandal im Fußball

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) will einen neuen Straftatbestand gegen Manipulation im Sport einführen. »Chancengleichheit im Sport wird nicht nur durch Doping gefährdet. Auch die Bestechungsskandale in den vergangenen Jahren erschüttern die Glaubwürdigkeit des Sports«, sagte sie zwar ganz richtig. Doch schon der Kroate Ante Sapina bewies, dass ihn deutsche Gesetze nicht stören, wenn er durch das Bestechen von Fußballern und Schiedsrichtern hierzulande Profit machen kann. Er wurde 2005 wegen Betrugs an den Wettanbietern verurteilt.

Auch härtere Strafen wurden wieder einmal gefordert. Dabei kann bandenmäßiger Betrug schon jetzt mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden, wie Volker Talarowski, Richter am Landgericht Bochum »nd« gegenüber bestätigte. »Eine Strafbarkeitslücke besteht hier nicht«, sagte Talarowski. Derzeit laufen in Bochum auch sechs Verfahren gegen Spieler wegen Beihilfe zum Betrug. Auch sie wussten, das...


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