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Diebstähle und Einbrüche auf der Tagesordnung

Kommunen empört über steigende Grenzkriminalität / Sicherheitskonferenz in Frankfurt (Oder) geplant

Frankfurt (Oder) (dpa/nd). Die Brandenburger Soko »Grenze« hat Diebstähle von 14 Fahrzeugen aus dem gesamten Bundesgebiet aufgeklärt. Die Wagen seien zwischen 2010 und 2013 gestohlen worden, allein acht im Land Brandenburg, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Donnerstag mit.

Polnische Beamte waren bei der Fahndung nach einem am 1. Februar gestohlenen Auto auf ein abseits gelegenes Gehöft kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze gestoßen. Dort lagerten neben dem gestohlenen Wagen auch verschiedene Autoteile, die offenbar gestohlen waren. Gemeinsam konnten sie anhand von individuellen Merkmalen identifiziert und den entwendeten 14 Fahrzeugen zugeordnet werden. Drei polnische Verdächtige wurden festgenommen. Die Ermittler der Soko »Grenze« gehen davon aus, dass der Gruppe weitere Straftaten zur Last gelegt werden können.

Der Fall ist beispielhaft. Wegen gestohlenen Firmen- und Privatwagen, aufgebrochene Garagen, Lauben und Häusern haben die Kommunen in der Grenzregion von der Landesregierung mehr Polizeipräsenz verlangt. Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke (parteilos), sagte der »Märkischen Oderzeitung«: »Die sprunghaft angestiegene Grenzkriminalität ist nicht hinnehmbar.« Der Fahndungsdruck müsse erhöht werden, forderte er. In der Oderstadt verschwanden binnen weniger Tage mehrere Autos, eine wertvolle Bronzeplastik, wurde des Inventar eines früheren Schulinternats zu Sperrmüll gemacht. Das Ministerium stellt im März die Bilanz der Kriminalitätsentwicklung vor.

Diebstähle und Einbrüche hätten für das Image des Wirtschaftsstandortes verheerende Folgen, betonte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. »Die Sicherheit von Unternehmen und Bürgern ist ein entscheidender weicher Faktor für die Ansiedlungsinteressen von Investoren«, sagte Dieter Kapell, Landesgeschäftsführer Berlin-Brandenburg. Der Verband forderte ein gemeinsames Handelskonzept und plant am 8. April eine Sicherheitskonferenz in Frankfurt (Oder).

Im Januar hatte der Bürgermeister von Schwedt, Jürgen Polzehl (SPD), in einem offenen Brief an Innenminister Dietmar Woidke (SPD) die wachsende Grenzkriminalität beklagt. In Templin (Uckermark) steht das Thema auf der nächsten Sitzung der Stadtverordneten zur Diskussion. Das Innenministerium hat auf die seit dem Wegfall der Grenzkontrollen 2007 steigende Kriminalität reagiert. Von der Uckermark bis zur Lausitz sind mehr Beamte unterwegs. Woidke hatte kürzlich erklärt, dass sich dies an der Grenze zu Polen bemerkbar mache.

Drei Hundertschaften, stationiert in Frankfurt (Oder), Cottbus und Oranienburg, sind vor gut einem Jahr schwerpunktmäßig mit Aufgaben entlang der Grenze betraut worden und unterstützen die dort tätigen Polizisten.

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