Die Glücksfalle

Thomas Arslans »Gold« und Ulrich Seidls »Paradies: Hoffnung« im Wettbewerb

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Was haben ein österreichisches Diät-Camp und der kanadische Urwald gemeinsam? Es kann hart werden für die Teilnehmer. Obwohl es eigentlich die Natur des Menschen Natur ist, sich das Leben zu erleichtern. Darum gibt es den Fortschritt. Doch ab und zu muss er die Elemente ganz direkt auf dem Leib spüren, den Hunger, die Hoffnungslosigkeit. Auch darum wird immerzu mit Hoffnungen gehandelt.


Bei Seidl in »Paradies: Hoffnung« will die dreizehnjährige Melanie beim Abnehmen glücklich werden. Während dessen macht ihre Mutter in Kenia Urlaub und sucht beim exotisch ausgemalten Sex mit Einheimischen (ganz unexotisch gegen Geld natürlich) das Glück (vergeblich, keine Frage). Die Resultate, um es gleich vorwegzunehmen, sind ernüchternd, das war zu erwarten. Das Glück, was ist es überhaupt? Die Abwesenheit von Unglück wäre doch auch schon nicht schlecht. Aber des Menschen Natur ist nun einmal so wenig bescheiden, er sucht nach einem Zust...


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