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»Scharfe Sensen« im Bonsaiformat

HISTORISCHE MINIATUREN: Frank Bauer bemalt und arrangiert maßstabgetreu Plast- und Zinnfiguren

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Tagsüber sitzt er als Diplomkaufmann am Schreibtisch eines Großunternehmens. In der Freizeit jedoch verwandelt sich der 46-jährige Hamburger Frank Bauer in einen Meister der kleinen Form: Er bemalt akribisch Plast- und Zinnfiguren, um im Bonsaiformat die Historie wieder auferstehen zu lassen. Bereits zum achten Mal organisiert er mit Gleichgesinnten am letzten Februarwochenende in der Hansestadt die zweitägige Veranstaltung »Tactica«, zu der Fans aus ganz Europa anreisen, von Finnland und Polen bis England und Frankreich.

nd: Sie sind ein nüchterner Betriebswirt und begeistern sich gleichzeitig für Minimännchen. Wie passt das zusammen?
Bauer: Zum Job ist das ein wunderbarer Ausgleich, bei dem ich meine Kreativität entfalten kann.

Ziemlich klein sehen sie aus, diese Figuren, mit denen Sie arbeiten!
Die von mir persönlich bevorzugten Maßstäbe sind 15, 20 und 28 Millimeter groß.

Und trotzdem malen Sie sogar Gesichter aus, dazu fummelige Details wie Gürtel. Wie kriegen Sie das hin?
Mit handwerklichem Geschick, der richtigen Technik und viel Übung. Ich selber mache das seit inzwischen 20 Jahren, und im Lauf der Zeit wird man natürlich immer besser.

Alles autodidaktisch beigebracht?
Das Meiste ja. Bloß ab und zu habe ich auch an Workshops teilgenommen.

Welche Farben benutzen Sie?
Früher waren das Ölfarben, aber hinterher waren dann immer die Pinsel verklebt und ruiniert. Heute sind das wasserlösliche Acrylfarben, die sich viel besser mischen lassen. Verschiedene Farbschichten können, noch bevor sie getrocknet sind, übereinander gelegt werden, um besondere Effekte zu erzielen.

Wie lange dauert es, bis eine 20-Millimeter-Figur fertig ist?
Ungefähr anderthalb Stunden.

Kein geringer zeitlicher Aufwand. Was ist für Sie der besondere Spaß daran?
Eigentlich gibt es nichts, was mich besser entspannt.

Informieren Sie sich über die betreffende Epoche, bevor Sie historische Figuren in Angriff nehmen?
Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Man fängt an, über die jeweiligen Akteure zu recherchieren, zu Hannibal, Julius Cäsar oder Napoleon. Welche Ausrüstung hatten die beteiligten Truppen, wie waren ihre Strategie und Taktik?

Sie organisieren auch die Veranstaltung »Tactica« in Hamburg.
Die haben wir ins Leben gerufen, um ein Forum zu schaffen für unser Hobby. Enthusiasten sollen hier zusammenkommen, um Erfahrungen auszutauschen.

In diesem Jahr begrüßen Sie internationale Stargäste, die berühmten Perry-Brüder aus England.
Alan und Michael Perry sind die aktuell wohl besten und produktivsten Figurenmodelleure weltweit.

Zu sehen sein werden auch eine Reihe von Präsentationen. Etwa die »Scharfen Sensen«.
Die bringt eine dänische Gruppe nach Hamburg. Es geht um eine Episode aus dem »Torstensson-Krieg« zwischen Schweden und Dänemark 1643 bis 1645, als es den Dänen gelang, mit einem Bauernhaufen plus wenigen Soldaten die schwedischen Besatzer aus Aalborg zu vertreiben.

Die ganze Organisation klingt nach einem ziemlichen Aufwand.
Wir sind zu fünft, und die Organisation ist tatsächlich inzwischen ein recht stressiger Job geworden.

Gespräch: René Gralla
Die 8. Hamburger Tactica am 23./24.2.2013, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20 (Sa: 10 - 20 Uhr; So: 9 - 16 Uhr); weitere Infos: www.hamburger-tactica.de

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