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Vignette: Bernd Zeller
Vignette: Bernd Zeller

Der Verlust des Doktortitels wegen Plagiats ist mittlerweile der häufigste Rücktrittsgrund in der Regierung von Angela Merkel.

Allerdings liegt die Sache bei Annette Schavan etwas anders, sie tritt zurück wegen ihrer Klage gegen die Universität. So ein Prozess kann ganz schön nerven und sämtliche Kapazitäten beanspruchen, da kann man nebenher nicht noch als Ministerin tätig sein. Die gänzliche Aberkennung des Doktorgrades war vermutlich doch etwas hart, man hätte die Arbeit auch zur Masterarbeit herabstufen können oder im Rahmen des noch zu schaffenden Länderbildungsausgleichs zu einem Doktor in Berlin. Denn ihre Verdienste um die Wissenschaft sind unbestritten, auch deshalb, weil sie den meisten unbekannt sind.

Die Internetwolke möchte sich nun noch mehr abgeordnete Doktoren vornehmen und deren Dissertationen auf Übereinstimmungen mit nicht angegebenen Quellen prüfen. Niemand bezweifelt, dass das Spaß macht, aber der Nutzen ist fraglich. Die Abgeordneten stehen als positives Beispiel dafür, dass man es mit Bildung schafft, sich hochzuarbeiten, zum Beispiel aus dem Volk hinauf in die Volksvertretung. Entfällt diese Vorbildwirkung, haben Studenten bald kein Motiv mehr, sich Mühe zu geben und für ihre wissenschaftlichen Arbeiten fehlerfreie Plagiate anzufertigen.

Alle Politiker, die auch über »Person und Gewissen« promoviert haben, fürchten nun, dass ihr Schreiber bei Annette Schavan kopiert haben könnte.

Den Vorwürfen zufolge hat Annette Schavan nicht einfach abgeschrieben, sondern umformuliert, übrigens fehlerfrei, so etwas könnte man heutigen Studenten gar nicht mehr abverlangen.

Ihre Rücktrittsbegründung ist besonders für zu Guttenberg interessant. Da sie nicht als Bildungsministerin gegen eine Hochschule klagen könne, lege sie ihr Amt nieder, so ihr Statement, somit hätte er mit der Begründung, dass er nicht militärisch gegen die Aberkennung seines Titels vorgeht, Verteidigungsminister bleiben können.

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