Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mein Kind, dein Kind

Karlsruhe und Straßburg stärken Adoptionsrechte von Schwulen und Lesben

Berlin (nd). Zwei Urteile, zwei Schritte zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben: Gestern verwarf das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das Verbot der sogenannten Sukzessivadoption für gleichgeschlechtliche Partnerschaften als verfassungswidrig. Dabei geht um Fälle, in denen ein Partner ein Kind adoptiert hat und auch der andere Adoptivmutter oder -vater werden will. Zugleich urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, Österreich verstoße mit dem Verbot der Stiefkindadoption für homosexuelle Paare gegen den Antidiskriminierungsgrundsatz.

Das höchste deutsche Gericht hatte sich u. a. mit der Beschwerde einer Ärztin aus Münster befasst, deren Lebenspartnerin im Jahr 2004 ein Mädchen aus Bulgarien adoptiert hatte. Das inzwischen 13-jährige Kind lebt mit beiden Müttern im gemeinsamen Haushalt. Den Wunsch der Ärztin, ebenfalls Adoptivmutter zu werden, hatten Gerichte bisher unter Verweis auf das Verbot der Sukzessivadoption abgelehnt. Etwas anders lag der Fall in Straßburg: Eine der Frauen, die klagten, wollte den inzwischen 17 Jahre alten leiblichen Sohn ihrer Partnerin adoptieren, was die Behörden ablehnten. Nun ist die Regierung in Wien angewiesen, den 45 Jahre alten Klägerinnen 10 000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

In Deutschland haben die Urteile die Debatte über die volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben neu entfacht. Verbände und Opposition forderten ein umfassendes Adoptionsrecht für Homosexuelle. Karlsruhe hatte erklärt, »dass die behüteten Verhältnisse einer eingetragenen Lebenspartnerschaft das Aufwachsen von Kindern ebenso fördern können wie die einer Ehe«.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln