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Aus dem Kreml nichts Neues

Modest Mussorgsky »Boris Godunow« an der Bayerischen Staatsoper in München

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Ein Fall wie dieser Boris Godunow ist eher selten. Durch Alexander Puschkins Drama (1825) und Modest Mussorgskys Breitband-Oper (1868/69) hat er seinen Platz in der Galerie der Mächtigen. Nicht, weil er durch Mord an die Macht kamt. Dass Macht auf Gewalt beruht, ist ja mehr die Regel als die Ausnahme. Dynastien, Diktatoren oder revolutionäre Despoten sind da auffällig verwandt. Auch Boris tanzt nicht aus dieser Reihe. Die Hände seines Vorgängers trieften vor Blut. Und sein Nachfolger, der Klosterschüler Grigorij, der sich als legitimer Zarewitsch ausgibt, bringt bei Calixto Bieito gleich eigenhändig die Zarenkinder um. Und der ewige Strippenzieher Fürst Schuiskij organisiert mit einem prall gefüllten Umschlag für jeden Bojaren (die hier mehr wie heutige Oligarchen aussehen) den Rest. Was zeitloses Machthaberporträt ist, springt ins Auge. Da hätte es der Plakate des jubelnden Volkes mit den Bildern der aktuellen Möchtegern-Weltpoliti...


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