Pragmatiker am Ruder des sinkenden Schiffs

Nikos Anastasiades wird neuer Präsident der Republik Zypern

  • Von Christiane Sternberg, Nikosia
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Eine breite Front hat Nikos Anastasiades bei der Stichwahl das Mandat verliehen, die Republik Zypern aus der Krise zu führen.

Die Wahllokale hatten am Sonntag gerade erst geschlossen, da machten die Anhänger von Nikos Anastasiades ihrer Vorfreude über den Sieg schon Luft. Kurz nach 18 Uhr waren Salutschüsse in einigen Dörfern zu hören, in den Städten kurvten hupende Autos durch die Straßen. Andere äußerten sich zurückhaltender: »Er ist das kleinere von zwei Übeln«, sagte eine Frau in die Fernsehkameras. Am Ende siegte Anastasiades mit 57,5 Prozent über den linken Präsidentschaftskandidaten Stavros Malas (42,5 Prozent).

Für die kommenden fünf Jahre nimmt der neue Präsident aus den Reihen der konservativen DISY das Schicksal aller Zyprer in die Hand. Der 66-jährige Anastasiades ist bekannt als ein Mann, der bereit ist, auch unpopuläre Meinungen zu vertreten. Beim Referendum zur Wiedervereinigung 2004 war er der einzige Parteichef, der die griechischen Zyprer dazu aufrief, mit Ja zu stimmen. Mit dieser Haltung schwamm er gegen den Strom von 76 Prozent d...


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