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Ein kleiner Zweig

Albert Wendt zum 65.

  • Von Kerstin-Yvonne Lange
  • Lesedauer: 2 Min.

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Er ist spät als Kinderbuchautor in die Prosa eingestiegen, im Alter von 54 Jahren und glaubt, ebenso lange zu brauchen, um als solcher bekannt zu werden. Dabei ist er den Menschen der halben Welt seit Jahrzehnten als Dramatiker und Hörspielautor bekannt. Im vorigen Jahr wurde sein »Vogelkopp« in New York aufgeführt, vor fünf Jahren in Kanada. Und als eben dieses Stück kurz vor der Wende 1986/87 im Schauspielhaus Zürich gespielt wurde, galt es dort als Befreiungsschlag- »... endlich hat der Wendt mal die Schweizer Probleme behandelt.«

Das war zu einer Zeit, als die DDR ausatmete und Albert Wendt sich in sein Haus in Kleinpösna bei Leipzig ganz zurückzog. Da wurde er neben Peter Hacks und Christoph Hein auf den ausländischen Theaterbühnen hoch und runter gespielt, seine Hörspiele von den skandinavischen, französischen und chinesischen Rundfunksendern übernommen. 30 Jahre Hörspiel - gesprochen mit den besten deutschen Schauspielern: Carmen-Maja Antonie, Eberhard Esche, Rolf Ludwig, Kurt Böwe, »Bummelpeters Weihnachtsfest« als Theaterstück mit Martin Seifert, »Der kleine Fallschirmspringer« als neuestes Hörspiel im MDR Figaro mit Jürgen Holtz, Winfried Glatzeder, Jule Böwe.

Seine große, verdichtet ästhetische Sprache vertraut er großen Schauspielern an, seine Bücher dem Jungbrunnenverlag in Wien. Ein kleiner Verlag, der seine Worte groß lässt. »Wenn man sich als Künstler in eine große Verkaufsmaschinerie hineinbegibt, die ein kalkuliertes großes Publikum erreichen muss, dann bringt man sich in eine Produktion ein, die keine gute Kunst hervorbringen kann. Wenn ich in so einem Getriebe wäre, mich wegen des Verkaufs anpassen zu müssen, ich würde sofort tot umfallen. Aber ein kleiner Zweig am Baum der Literatur, wenn es gut geht, das ist mein Wunsch.«

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