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Karsai für USA rätselhaft

Pentagon diskutiert über Abzug von Spezialkräften

Der vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai verlangte Abzug von US-Spezialeinheiten aus der Unruheprovinz Wardak hat das Verteidigungsministerium in Washington völlig unvorbereitet getroffen.

Washington (AFP/nd). Karsai habe das US-Militär über seine Anordnung nicht vorab informiert, hieß es aus Regierungskreisen in Washington. Auch über die Hintergründe von Karsais Äußerungen wurde in den USA gerätselt. »Wir wissen von keinem Vorfall, der diese Art von Reaktion auslösen würde«, sagte ein US-Vertreter. Karsai hatte am Sonntag erklären lassen, dass die US-Truppen binnen zwei Wochen die an Kabul angrenzende Provinz verlassen müssten. Der afghanische Präsident warf den US-Truppen und von ihnen gegründeten »illegalen bewaffneten Gruppierungen« vor, die dortige Bevölkerung zu schikanieren. Mehrere Einwohner der Provinz sollen sich demnach bei der Regierung in Kabul über willkürliche Festnahmen und Hausdurchsuchungen beschwert haben.

Das Pentagon bestätigte, dass die NATO und die afghanischen Behörden eine Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet hätten. »Wir versuchen, von der afghanischen Regierung Klarheit zu bekommen«, sagte ein Sprecher. Auf die Frage, ob die USA ihre Spezialeinheiten aus Wardak abziehen: »Es ist verfrüht, darüber zu spekulieren, was das Ergebnis unserer Diskussionen sein wird.«

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