Velten Schäfer 28.02.2013 / Inland

Vom Teufelswerk zur Wunderwaffe

Kleine Geschichte des Mindestlohns und seines Ausbleibens in Deutschland

In Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn, weil es früher einmal etwas Besseres gab. Doch spätestens seit der rot-grünen »Sozialreform« ist das alte Tarifsystem Geschichte.

Dass es in Deutschland keinen Mindestlohn gibt, hat geschichtliche Gründe. Im System der alten Bundesrepublik galt der Mindestlohn gerade den Gewerkschaften als Teufelszeug. Aufgrund hoher Organisationsgrade und einer »partnerschaftlichen« Grundstimmung auf der Unternehmerseite konnten sie gute Lohnsteigerungen erzielen. Deswegen hatten sie kein Interesse an einer legalen Lohnschranke unterhalb ihrer Tarifverträge. In diesem Sinne pochten sie auf die »Tarifautonomie«. Gute Löhne galten als Wachstumsrezept. Durch Verteilung der Gewinne lasse sich Binnennachfrage und damit wiederum Wachstum erzeugen. Als Richtwert für einen ausgewogenen Lohnabschluss galt die Produktivitätssteigerung - der »kostenneutrale Verteilungsspielraum« - plus ein Umverteilungsfaktor X.

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