Hausbesetzer mit Auszeichnung

Hunderte spanische Familien beziehen leerstehende Wohnungen - ihr letzter Ausweg vor Obdachlosigkeit

  • Von Carmela Negrete, Sevilla
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Es scheint einer der gerade neu errichteten und leerstehenden Wohnkomplexe zu sein, wie abertausende in ganz Spanien. Vom Auto aus kann man im Vorbeifahren sehen, dass sie fast alle zum Verkauf stehen. Wenn man sich dem großen Gebäude nähert, nimmt man zuerst die Transparente wahr, die an den Fassaden hängen. Sie künden von einer Besetzung. Die »Corrala utopía«, eine der ersten kollektiven Aneignungen durch zwangsgeräumte Familien, liegt in einem Arbeiterviertel östlich von Sevilla. Mit dem Wort »Corrala« wird ein typischer spanischer Baustil bezeichnet, bei dem mehrere kleine Wohnungen an einem gemeinschaftlichen Hof angrenzen.

Auf der Treppe stehen gerade Aguasanta und ihr Sohn Guillermo, der nicht älter als zwölf Jahre scheint. Sie tragen große Wasserbehälter die Treppe hinauf. Fließendes Wasser und Strom gibt es hier nicht mehr. Staatliche und private Firmen haben die Versorgung unterbrochen. Der Aufzug kann der kle...

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