Der Fürsprecher der Armen

Seine Sozialpolitik der Taten hat Chávez bei Venezuelas Unterprivilegierten immens beliebt gemacht

  • Von Tobias Lambert
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Hugo Chávez hinterlässt in Venezuela ein polarisiertes Land. Der Grund: Er hat es als erster Politiker in Venezuela glaubhaft geschafft, die Armut und Ausgrenzung der Mehrheit der Bevölkerung auf die politische Agenda zu setzen. Zum Verdruss vieler in der Mittel- und Oberschicht.

Es seien »zwei grundverschiedene Männer «gewesen, mit denen er sich unterhalten habe. »Der eine, dem sein unverwüstliches Glück die Chance präsentiert hatte, sein Land zu retten; der andere ein Traumtänzer, der sehr wohl einmal als ein weiterer Despot in die Geschichte eingehen könnte.«

Im Jahr 2000 veröffentlichte der kolumbianische Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez einen Text über Hugo Chávez, der die Ambivalenz des damals noch recht kurz amtierenden venezolanischen Präsidenten herausstellte. Darin deutet sich bereits die gesellschaftliche Polarisierung an, die Venezuela in den 14 Jahren, die Chávez das Land regierte, prägen sollte. Die Mehrheit der ärmeren Bevölkerung verehrte ihren Präsidenten leidenschaftlich. Die hellhäutigen Eliten des Landes, deren kulturelles Vorbild seit jeher die USA waren, hassten ihn hingegen inbrünstig. Für beide Seiten war Chávez spätestens seit seiner ersten Wahl 1998 der politis...

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