Bloß nicht zu kritisch

Bundeskabinett beschloss geschönte Version des Armuts- und Reichtumsberichts

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Angesichts der Manipulationen am aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung werden Forderungen laut, künftig eine unabhängige Kommission mit der sozialen Bestandsaufnahme zu betrauen.

Nun also doch die geschönte Version. Als Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch den kurz zuvor vom Kabinett beschlossenen Armuts- und Reichtumsbericht vorstellte, hagelte es im Anschluss viele kritische Fragen von Journalisten. Vor allem die zahlreichen Streichungen im Text interessierten die Korrespondenten. Auf Druck von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte man kritische Passagen aus dem bereits seit September 2012 vorliegenden Bericht entfernt. So fehlt nun der Satz: »Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt.« Dabei ist er durchaus zutreffend, wie ein Blick in den 548-seitigen Bericht zeigt. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte verfügen demnach über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens, während die untere Hälfte ...

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