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Polizei verhaftet Aktivisten für Flüchtlingsrechte

19 Verhaftungen, 4 Verletzte bei Protest für humanere Asylpolitik

Berlin (nd) – Die Kölner Polizei hat am Sonntag 19 Demonstranten festgenommen, die vor einem Flüchtlingsheim der Stadt für eine humanere Asylpolitik in Deutschland demonstrierten. Nach Angaben der Gruppe „Refugee‘s Revolution Bus Tour“ sollen dabei drei Aktivisten teils schwer verletzt worden sein.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Flüchtlingsheim Geißelstraße in Köln-Ehrenfeld. Protestierende Flüchtlinge und Unterstützer hielten dort am Sonntag eine Kundgebung ab, verteilten Flyer und riefen die Bewohner der Hauses zum Protest auf. Die Kölner Polizei soll dabei Aktivisten „brutal angegriffen“ haben, berichten die Veranstalter. Polizisten hätten mit Schlagstöcken und Pfefferspray die Kundgebung aufgelöst, nachdem ca. 30 Flüchtlinge in das Heim eingedrungen waren. Dabei seien drei Demonstranten sowie ein Polizist verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

In einer Stellungnahme kritisierte die verantwortliche Initiative „Refugee’s Revolution Bus Tour“ das Vorgehen der Behörden scharf. So seien Anwälte nicht zu den Gefangenen gelassen worden. „Menschen wurden bewusstlos geschlagen - für das Verteilen von Flyern“, hieß es in der am Montag veröffentlichten Erklärung. Zuletzt kam es am 8. März vor einem Flüchtlingsheim in Karlsruhe zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei.

Die Gruppe „Refugee’s Revolution Bus Tour“ umfasst ausländische Asylsuchende sowie deutsche Unterstützer. Seit dem 26. Februar demonstrieren diese täglich vor Asylheimen in verschiedenen deutschen Städten. Zu ihren Forderungen gehören u.a. die Erteilung von Arbeitserlaubnissen und eine größere Bewegungsfreiheit für Asylsuchende in Deutschland. Auf www.neues-deutschland.de/bustour berichten die Flüchtlinge täglich über ihre Erfahrungen auf der Protesttour.

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