Stimme für Stilles

Petra Morsbach über einen DDR-Dichter

  • Von Werner Liersch
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Nein, meine Suppe ess ich nicht«, empört sich der legendäre Suppenkaspar mit den bekannten Folgen. »Soll ich die Suppe ...«, überlegt Heinrich Steiger - und entscheidet sich fürs Auslöffeln. Die Suppe ist eine Tomatensuppe mit Sherry. Steiger - ein einst renommierter, in der »Wende« abgestürzter DDR-Dichter, ist im Roman Berichterstatter in eigener Sache. Den Appetit verdirbt ihm sein Schriftstellerkollege Robert, auch aus dem Osten, mit dem er in einem Stipendiatenhaus im deutschen Westen untergekommen ist. »Robert erklärt seinem Publikum die DDR ... Fünf Jahre nach der Wende müssen wir uns immer noch verteidigen, ich kenne das zum Erbrechen.«

Deutsche Literaten treffen fünf Jahre nach der Wende aufeinander. In Erinnerung ist, mit welcher Heftigkeit damals der sogenannte Literaturstreit die Szene durchtobte. Der Roman der bei München lebenden Petra Morsbach ist genau, sprachmächtig und amüsant. Eine Geschichte, die als gute ...


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