Roberto De Lapuente 13.03.2013 / Kolumnen

Armut ist Ausgrenzerin mit vielen Facetten

Roberto De Lapuente über Spezifiken der Armut in Deutschland

Vor einigen Tagen musste sich die Bundesregierung mit der Kritik auseinandersetzen, dass ihr Armutsbericht geschönt sei. So die eine Lesart, der andere Teil des Journalismus kommentierte abfällig, dass in diesem Land niemand hungern müsse. Ist Armut in Deutschland vergleichbar mit Reichtum light - einem Luxusleben auf etwas niedrigerem Level?

Mir ist nicht ganz klar, an welchen Kriterien sich die Armut bemisst. Orientieren wir uns an den schlimmsten aller Knappheiten? Muss man mindestens Magenknurren, vergilbtes Weiß oder einen abgewetzten Kragen tragen, um sich arm zu nennen? Oder wäre das dann wiederum nur übertrieben, eine Zurschaustellung von Faulheit und Schlamperei? Klar ist: Die Armut ist eine Ausgrenzerin mit vielen Facetten. Die Sorgen der hiesigen Armut sind wohl weitestgehend etwas anders gewichtet als in anderen Ländern. Gleichwohl ist sie existenziell. Der Arme ist hierzulande nicht auf der Suche nach einem Bissen, sondern irrt kulturell und sozio-ökonomisch ausgegrenzt durch die Straßen. Kleinigkeiten des Alltages, die mit Geld geregelt werden, bereiten Kopfschmerzen. Oftmals waren es die kleinen Summen, die mir den Schlaf geraubt haben: Der Sozialtarif in der Stadtbücherei, Geld für den Ausflug des Kindes, neue Schuhe oder eine neue Tintenpatrone. Irgendwie bekam ich das Geld immer zusammen - und dann fehlte es wieder.

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