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»An mein Volk ...«

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Am 16. März 1813 erklärte Preußen dem napoleonischen Frankreich den Krieg. Am Tag darauf wandte sich König Friedrich Wilhelm III. mit dem Aufruf »An mein Volk« an seine Untertanen. Er gab darin Rechenschaft über Ursachen und Ziele des Krieges und sprach die Untertanen als »Preußen und Deutsche« an.

Der König (Foto: epd) handelte nicht aus freiem Willen, sondern als ein Getriebener. Er hatte sich 1812 unter dem Druck Napoleons an dessen Krieg gegen Russland beteiligt. Nach dem Untergang der Großen Armee schloss General Yorck am 30. Dezember eigenmächtig mit dem russischen General Diebitsch die berühmte Konvention von Tauroggen. Er erklärte damit die preußischen Truppen, die bisher an der Seite der Franzosen gekämpft hatten, für neutral. In seinem Bericht an den König schlug er diesem vor, die Seite zu wechseln.

Doch Friedrich Wilhelm erklärte die Konvention für nichtig und ordnete die Absetzung und Verhaftung Yorcks an. Noch immer hegte er große Furcht vor Napoleon, und er misstraute den patriotischen Kräften um General Scharnhorst. Doch er geriet mehr und mehr unter den Druck der öffentlichen Meinung. Am 20. Februar 1813 berichtete Karl Ludwig Georg von Ompteda, der geheime britische Beauftragte bei der preußischen Regierung: »Wenn der König sich weigerte, die Mittel zu gebrauchen, die ihm seine Untertanen entsprechend dem allgemeinen Willen der Nation zur Verfügung gestellt haben, oder wenn er nur zögerte, die Anstrengungen zu unterstützen, die Russland unternimmt, um die preußische Monarchie wiederherzustellen, halte ich die Revolution für unvermeidlich.«

Friedrich Wilhelm begriff endlich, in welch gefährlicher Situation er sich befand. Er trat die Flucht nach vorn an und stellte sich an die Spitze der patriotischen Bewegung. Am 26. Februar stimmte er dem Entwurf eines Bündnisvertrags mit Russland zu. Er rehabilitierte Yorck - wirklich verziehen hat er ihm nie.

Konservative Historiker haben lange Zeit behauptet, der König habe 1813 zum Befreiungskrieg gerufen, und »alle, alle« seien gekommen. Eckart Kehr (1902 - 1933), ein brillanter Außenseiter der Historikerzunft, hat den Satz umgedreht: alle, alle hätten gerufen, bis der König endlich kam.

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