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DNA und Kirchenbuch (2)

  • Von Reinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville
  • Lesedauer: 3 Min.
Zeichnung: Chow Ming
Zeichnung: Chow Ming

Im Magdeburger Kirchenarchiv treffen wir auf Daniel Riecke - einen von Geschichte und Genealogie Besessenen, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat (www.gfg-md.com). Die Ahnen von Reinhards Mama aus Siebenbürgen sind recht gut dokumentiert, jedoch nicht in Magdeburg archiviert. Bei seinem blonden, blauäugigen Papa Herbert aus Luppenau bei Merseburg fand sich nur der berüchtigte »Arier-Nachweis« der Nazis. Hier setzt Daniel an. Akribisch übersetzt er uns alte Kirchenbuchseiten.

R. R. hatte mit Hilfe der DNA-Analyse bereits selbst herausgefunden, dass sein Erbgut (wie bei fast allen Deutschen) zu einem großen Teil aus dem Mittelmeer-Raum stammt, also arabischen und jüdischen Ursprungs ist. Daniel ermittelte nun detektivisch als frühesten nachweisbaren »Renneberg« Michael Renneberg, einen Hirten in Löbersdorf, vermutlich um 1660/1670 geboren und 1727 gestorben. Hirten haben unter Ahnenforschern den Ruf, besonders umzugsfreudig gewesen zu sein, doch im Vergleich zu unseren gemeinsamen Urahnen aus Kenia sind sie nicht sehr weit herumgekommen!

Jetzt endlich kann Reinhard seine väterliche Ahnenreihe bis zu diesem Vorfahren lückenlos zurückverfolgen. Von seinen Urururgroßeltern z. B. sind elf Kinder urkundlich bekannt: Der Erstgeborene Friedrich wurde sein Ururopa. Ihr letztes Kind, Friederike, erblickte am 26. 8. 1851 in Lössen das Licht der Welt, fast genau 100 Jahre vor Reinhard.

Uropa Friedrich Franz Renneberg (1875-1952) war Maurermeister. 1899 ehelichte er die Uroma Pauline Ernestine Rammthor (1874-1959), die R. R. noch gekannt hat. Ihre vier Kinder wurden zwischen 1901 und 1908 geboren, darunter Großvater Alfred 1905 in Kriegsdorf, heute Friedensdorf. 1930 heiratete er die 1908 in Lössen geborene Anna. Sie war die Tochter der seit 1890 verheirateten Friedrich Albert Block (1866-1940) und Susanna Guenther aus Schlesien.

Die Blocks hatten neun Söhne und schließlich ganz am Ende ein Mädchen - Reinhards Oma Anna Helene. Beim siebenten Sohn, Friedrich Wilhelm Block, war Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, ein Taufpate. Der Kaiser brauchte dringend Soldaten: Drei der Block-Brüder starben im Ersten Weltkrieg. Oma Anna Helene Block wurde von ihren Brüdern »beschützt«, indem diese ihren Liebsten Alfred Renneberg gnadenlos verprügelten. Dann aber hatte dieser doch Glück im Unglück und schwängerte die Jungfer Anna anno 1927 in einem offenbar unbewachten Moment. Die Hochzeit 1930 sollte die »Schande« tilgen, Spross Herbert ist als Dreijähriger auf dem Hochzeitsfoto versteckt.

Reinhards Eltern Ilse Schmidt (Tochter eines Pfarrers und Doktors der Biologie) und sein Papa Herbert heirateten 1950 in Lössen, wo beide als Neulehrer in einer Sechsklassen-Schule unterrichteten. In eben dieser Schule erblickte am 20. Juli 1951 der Biolumnist zur Freude aller das Licht der Welt. Es heißt, die Schüler rissen sich darum, das niedliche Baby ausfahren zu dürfen.

Und nun kennen Sie die wahre Geschichte des Biolumnisten R. R.

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