Körper sucht Seele

»Paradies: Glaube« von Ulrich Seidl

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Hier hat sich das Gottsucherthema auf radikale Weise festgesetzt. Denn Gott ist abwesend, er könnte überall sein, vielleicht sogar in unseren Haustieren, doch in der katholischen Kirche ist er auf keinen Fall.

Da spricht jene katholische Erziehung aus dem Österreicher Ulrich Seidl, die ihn gegen jede Art von Weihrauch immunisiert. Man denkt bei seinen Filmen wie »Jesus du weist«, »Tierische Liebe« oder »Import - Export« an Almodovar oder auch Pasolini, der in »Teorema« eine neue Art von Dreieinigkeit schuf: Christentum, Sex und Marxismus. Womit die Tabus der Institution Kirche an ihrer empfindlichen Stelle berührt werden.

Die »Paradies«-Trilogie, deren dritter Teil »Paradies: Glaube« nun ins Kino kommt, schließt an »Paradies: Liebe« und »Paradies: Hoffnung« an. Lauter Höllen, die Verheißungen sein wollen. Im Teil »Liebe« fährt Anna Marias Schwester Teresa nach Kenia, hat dort unfrohe Affären mit afrikanischen Callboys, i...


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