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US-Notenbank braucht einen neuen Chef

Ben Bernanke tritt wohl 2014 ab - endet damit die Phase des extrem billigen Geldes?

  • Von Janon Fisher, New York
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hat Anspielungen über einen Rückzug gemacht. Mit dem früheren Finanzminister Larry Summers wird bereits ein Nachfolger gehandelt.

Ben Bernanke hat die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) durch die schlimmste Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Doch bald könnte Schluss sein: Der Fed-Chef deutete jetzt an, dass er sich wohl zurückziehen wird. Bernanke gab an, ein »bisschen mit dem Präsidenten geplaudert« zu haben. Zudem glaube er, dass es andere Personen gebe, die seine Rettungspolitik zum Abschluss bringen könnten. »Ich glaube nicht, dass ich der einzige auf der Welt bin, der den Ausstieg (aus der extrem lockeren Geldpolitik, d. Red.) schaffen kann.«

Seine zweite Amtszeit endet im Januar 2014 und es ist offen, ob er für eine dritte zur Verfügung steht und ob US-Präsident Barack Obama ihn nochmals ernennen würde. Berater Obamas sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, Bernanke sei nach sieben Jahren an der Fed-Spitze müde und wolle nicht mehr im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen.

Sollte sich Bernanke zurückziehen, hinterlässt der Wirtschaftsprofessor aus Princeton, der über Amerikas »Große Depression« promoviert hatte, ein schwereres Erbe als jeder seiner Vorgänger. »Wir können uns bei Ben Bernanke bedanken, dass wir keine globale Depression haben«, meint Amtskollege Stanley Fischer von der Bank of Israel. Bernanke hielt den Leitzins nahe Null und rettete US-Banken, die durch die geplatzte Immobilienblase ins Schlingern geraten waren. Zudem machte er die Fed transparenter.

Obwohl sein Rücktritt noch nicht verkündet ist, ranken sich bereits Gerüchte um die Nachfolge. Der ehemalige Finanzminister Larry Summers war bereits vor Bernankes jetzt laufender zweiter Amtszeit im Gespräch. Nun räumte er erneut Interesse ein.

Der Abschied des Fed-Chefs könnte ein Signal für ein absehbares Ende der finanziellen Schwierigkeiten der USA sein. Gefragt, ob der aktuelle Aufschwung der Wall Street seiner Politik zu verdanken sei, sagte er, er sehe »keine Probleme historischen Ausmaßes« mehr. »Bis zum Optimalzustand ist es aber auch noch ein Stück.« Einen Seitenhieb konnte sich Bernanke bei seiner Pressekonferenz nicht verkneifen. Er berichtete, dass das Haus, in dem er aufgewachsen war, kürzlich zwangsversteigert wurde. Ein Verwandter, der es zuletzt besaß, hatte seine Arbeitsstelle verloren und konnte die Hypothek nicht mehr bezahlen.

Derweil pumpt die US-Notenbank weiter billiges Geld in die trotz besserer Konjunkturaussichten noch anfällige Wirtschaft. Der Leitzins bleibt auf dem historischen Niedrigsatz zwischen null und 0,25 Prozent, wie die Fed Mittwoch nach einer zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses mitteilte. Auch die Anleihekäufe im Wert von 85 Milliarden Dollar monatlich führe sie fort. Die Fed rechnet mit einem kontinuierlichen Sinken der Arbeitslosigkeit. Sie werde aber voraussichtlich erst 2015 unter den Wert von 6,5 Prozent fallen, den Bernanke als Zielmarke für das Ende der expansiven Geldpolitik festgelegt hat. Für ihn ist das Festhalten an Niedrigzinsen und Anleihekäufen vor allem eine Vorsichtsmaßnahme.

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