Gender-Medizin ist Neuland

Kongress in Berlin: Männer und Frauen unterscheiden sich als Patienten und als Ärzte

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Auf dem ersten Bundeskongress »Gender-Gesundheit« diskutierten Mediziner über Herausforderungen und Potenziale geschlechtsspezifischer Gesundheitsversorgung.

»Warum Frauen jammern und Männer sich umbringen« - so lautet der saloppe Titel einer Vorlesung im Wahlpflichtfach »Gender in der Medizin« an der Universität Lübeck. Sehr verbreitet ist die Auseinandersetzung um männer- oder frauentypische Gesundheitsgefahren an deutschen Universitäten und Kliniken allerdings noch nicht. Die Teilnehmer des Bundeskongresses »Gender-Gesundheit«, der am Freitag in Berlin zu Ende ging, wollen das ändern.

»Geschlechtersensible Medizin ist keine Frauenmedizin«, räumt Marion Haubitz, Internistin mit Schwerpunkt Nierenheilkunde, mit einem verbreiteten Vorurteil auf. Sie verweist in ihrem Vortrag auf die sogenannte Schmetterlingsflechte. Diese systemische Autoimmunerkrankung betrifft in neun von zehn Fällen Frauen. Die Aktivität der Krankheit kann durch eine Schwangerschaft gesteigert werden. Das Problem sind die schubförmig verl...

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