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»Spuren von Folter«

Die Mörder von Obdachlosen sind meist jung, brutal und rechts

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Zahlen sind erschreckend: Seit 1989 wurden in der Bundesrepublik 195 Obdachlose umgebracht. Die Täter sind oftmals Neonazis. Trotzdem werden viele der Fälle nicht als rechtsradikale Gewalttaten erfasst.

Der Obdachlose André Kleinau hatte keine Chance. Im Mai 2011 wird der 50-Jährige auf dem Bahnhof Oschatz von einer Gruppe junger Männer brutal zusammengeschlagen. Ohne erkennbaren Anlass zertrümmern sie Nasenbein und Kiefernknochen, treten solange auf seinen Schädel ein bis dieser bricht. Hilflos lassen sie ihr Opfer auf dem Bahnsteig zurück. Erst am nächsten Morgen wird der blutüberströmte André Kleinau von Zeugen entdeckt. Vier Tage später erliegt er seinen schweren Verletzungen. Als es zum Prozess kommt, will das Landgericht Leipzig kein sozialdarwinistisches, also rechtsradikales Tatmotiv erkennen. Und das, obwohl der Haupttäter den Zahlencode »88«, also »Heil Hitler«, als Tattoo auf dem Hinterkopf trägt und auf einem sichergestellten Foto vor einer Reichskriegsflagge posierte.

Auch die Bundesregierung zählt André Kleinau nicht als Opfer rechter Gewalt. »Der Fall ist ein typisches Beispiel für die vielen blinden Flecken im...


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