Ein Placebo und ein Alleskleber

Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung: Nachhaltige Entwicklung ignoriert die Verteilungs- und die Machtfrage

Ökologische Politik darf niemals von der sozialen Dimension entkoppelt werden, sagt Barbara Unmüßig, seit 2002 Vorstandmitglied der grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung. Notwendig wäre es, die ökologische und soziale Transformation unserer Wirtschaftsweise einzuleiten. Mit der Politikwissenschaftlerin, die sich immer stark in Nord-Süd-Fragen engagiert hat, sprach Kurt Stenger.

nd: Sie haben erklärt, dass Sie den Begriff der Nachhaltigkeit nicht mehr verwenden. Gelingt Ihnen das auch jetzt, wo er bei den Veranstaltungen zum 300. Jubiläum jetzt wieder in aller Munde ist?
Unmüßig: Der Nachhaltigkeitsbegriff besagt, dass wir Ressourcen und Ökosysteme für zukünftige Generationen erhalten sollen. Das ist eigentlich ein radikales Leitbild, wird aber nicht ernsthaft umgesetzt. Meine Kritik bezieht sich mehr auf den Begriff der nachhaltigen Entwicklung. Dieser ist zum Placebo und zum Alleskleber für alles Mögliche geworden.

Die nachhaltige Entwicklung wurde beim Erdgipfel von Rio 1992 zum Leitprinzip für die Staatengemeinschaft ausgerufen. Was ist daran auszusetzen, die Umwelt zu schützen und die Armut im Süden stärker zu bekämpfen?
Es wurde damals offengelassen, um welchen Entwicklungstyp es sich eigentlich handeln soll. Nimmt man den Nachhaltigkeitsbegriff ernst, dann müssten wir im Norden aus ökologis...

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