Polizeischutz für Nazis

Im hessischen Bruchköbel werden Antifaschisten seit Jahren attackiert - doch der Widerstand wird wirksamer

  • Von Fritz Arndt
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Auch nach Aufdeckung der NSU-Morde hat sich vielerorts wenig daran geändert: Nazis traktieren Linke und Antifaschisten, so im hessischen Städtchen Bruchköbel. Und die Polizei schaut offenbar zu.

Wer durch die Hauptstraße der südhessischen Kleinstadt Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis läuft, stößt an jeder Ecke auf den berüchtigten Kleinstadt-Charme. Gepflegte Fassaden alter Fachwerkhäuser glänzen in der Sonne, der sandsteinerne Rathausbrunnen ist mit Osterschmuck aufgehübscht - ein Werk der Landfrauen, so informiert ein Schild. Und der Lauftreff, meldet die Stadtverwaltung, setzt sich für einen sauberen Stadtwald ein.

Nicht, dass es in dem 20 000 Einwohner-Ort langweilig ist: Die Homepage des Rathauses weist allein in der Kernstadt 87 Vereine aus, vom »Arbeitskreis Alkohol in der Arbeitswelt« bis zum Fußballverein »ZSKA Bruchköbel« reicht die Liste - nur die Bruchköbeler Initiative »Gemeinsam gegen Rechtsextrem« fehlt.

Mordaufrufe gegen Linke

Das passt zur Stimmungslage in der Stadt. Bruchköbeler Antifaschisten fühlen sich seit Jahren verfolgt und achten beim Einkaufen darauf, wer hinter ihnen steht. Seit seine...


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