Noch ein alter Sachse

»Georg Baselitz«

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seine Frau sagt über ihn, er wolle immer überall der Erste und Beste sein. Und natürlich der Teuerste auf dem Weltmarkt. Einer seiner Galeristen nennt ihn einen, der sich die Art Moderne erst selbst schaffen musste, an der er teilhaben wollte. Seiner Mutter machte er gelegentlich das Leben schwer, und die DDR-Oberen konnten schon gar nichts mit dem renitenten Jungmaler anfangen: so kam er, ausgebürgert, in den Westen.

Man merkt es der Dokumentaristin Evelyn Schels an, wie sehr sie sich geehrt fühlte, die erste sein zu dürfen, die Georg Baselitz, den Selbsterfinder, den Skandalmaler und Pressefeind, derart privat und reflektiert porträtieren kann. An manchen Stellen ihres Films spürt man das Schulterklopfen förmlich, mit dem sie sich selbst dazu beglückwünscht, an anderen hört man ihre Stimme im Film, wenn sie Fragen stellt an den Maler und an seine Frau und jahrzehntelange Weggefährtin Elke Baselitz. Eine lässliche Sünde, die ...


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