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Ehrlich, roh und unverfälscht

Konzertreihe »Naked Jazz« will die Grenzen des Genres überschreiten

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Die Konzertreihe »Naked Jazz pres. The Extended Family« lässt den Fusion-Jazz aufleben. Jeden Samstag lädt der amerikanische Schlagzeuger Eric Vaughn Musiker verschiedener Genres in die Werkstatt der Kulturen ein. Antje Rößler sprach für »nd« mit dem Künstler.

nd: Herr Vaughn, wer gehört Ihrer »erweiterten musikalischen Familie« an?
Vaughn: Die Verwandtschaft wächst ständig. In Berlin sind schon über fünfzig Musiker bei »Naked Jazz« aufgetreten. Bei deren Auswahl geht es mir nicht nur um die Qualität der Spieltechnik, sondern auch um die Ausstrahlung. Meine Gäste sollten einen gewissen Spirit haben, denn für mich ist Jazz eine Musik voller Hoffnung.

Warum das Attribut »nackt«?
Für mich verbindet sich mit »Naked Jazz« eine bestimmte Einstellung zur Musik. Nackt bedeutet: ehrlich, roh und unverfälscht. Musiker, die in dieses Konzept passen, lerne ich manchmal persönlich kennen, manchmal auf Konzerten. Wir rufen aber auch im Internet dazu auf, sich zu bewerben.

Wie laufen die Abende ab?
Es gibt zwei Shows. Das erste Set gehört dem Jazz. Anschließend lotet die »Extended Family« die Grenzen des Genres aus. Am Schluss jammen die Musiker beider Bands gemeinsam. Mit dabei waren bislang z.B. der belgische Gitarrist Jeanfrancois Prins oder der Trompeter Michael Ray, der lange mit Sun Ras »Intergalactig Arkestra« gespielt hat. Manchmal stehe ich selbst auf der Bühne.

Welche Musiker erwarten Sie heute Abend?
Zuerst tritt das Duo Please Spring! auf, das aus der Geigerin Héloïse Lefebvre und dem Gitarristen Paul Audoynaud besteht. Ich bin froh, dass ich die beiden gerade in dieser Jahreszeit platzieren kann, denn ihre Musik ist wirklich frühlingshaft. Beim Hören sieht man einen malerischen Film vor sich, mit Blütenknospen und rauschenden Bächen. Außerdem kommen die Kerle von Swag Pack, die weit und breit den echtesten und authentischsten Live-HipHop machen. Zu denen werden sich dann ein paar der Extended Family-Jazzmusiker gesellen.

Wie kamen Sie auf Ihr Konzept der Jazzfamilie?
Das offene Projekt »Naked Jazz« habe ich schon 1990 in Atlanta gegründet. Dort versammelte ich die Nachwuchstalente der Stadt, um ihnen Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen. Das lief so gut, dass mich das Atlanta Jazz Festival als künstlerischen Leiter engagierte. 1995 erschien dann die erste »Naked Jazz«-CD bei Savoy. Später habe ich die Idee auch in New York umgesetzt. Berlin ist der erste Ort in Europa, an dem ich das mache.

Was ist in Berlin anders?
Hier präsentiere ich bei den Konzerten eine größere Vielfalt der Stile und Kulturen. In den USA habe ich hauptsächlich mit amerikanischen Musikern gearbeitet, die mehr oder weniger »reinen« Jazz spielten. Ich lebe seit drei Jahren hier. Berlin erinnert mich an das New York der frühen Achtziger - dieses Gefühl von grenzenloser, manchmal gefährlicher Freiheit. Es gibt eine Menge junger Musiker, die der kreativen Szene und der geringen Lebenshaltungskosten wegen herziehen.

Arbeiten Sie an einem Fusion-Jazz-Revival?
Mit der »Extended Family« möchte ich den Jazz zum »Grooven« bringen. Egal ob Funk, Soul, Latino-Rhythmen oder HipHop-Beats - überall gibt es gute Leute, die spannende Ideen haben. Manchmal entstehen neue Sounds; dann wieder erzeugt der Zusammenprall verschiedener Stile interessante Spannungen. Viele jüngere Leute, die sonst nicht zu Jazzkonzerten gehen, fühlen sich von dieser Mischung angesprochen.

Welche Musiker laden Sie demnächst ein?
Wir planen kurzfristig. Aber es steht schon fest, dass am 20. April der japanische Beatboxer Ryo Fujimoto auftritt. Er kann mit seiner Stimme und einem Effektgerät Geräusche erzeugen, die an eine Drummachine oder an das Scratchen von Schallplatten erinnern.

Please Spring! & The Swag Pack, 13.4., 21 Uhr, Werkstatt der Kulturen

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