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Vorerst weiter Giftpfeile statt Bomben

Konflikt auf der Korea-Halbinsel ist womöglich in die diplomatische Phase gewechselt

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: 2 Min.

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US-Außenminister John Kerry ist am Freitag zu Krisengesprächen über den Konflikt auf der Koreanischen Halbinsel in Seoul eingetroffen.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat Verhandlungen mit dem Norden als »entscheidend« für die innerkoreanische Entspannung bezeichnet - Worte, für die sie im Land sowohl Lob als auch Tadel erntet. Pjöngjang drohte derweil auch Japan mit einem Atomschlag, sollte es wie angekündigt eine Rakete Nordkoreas abfangen. Dennoch: Die jüngste Auflage des Korea-Konflikts scheint nach hitzigen Wochen in die diplomatische Phase einzutreten. Im Hintergrund laufen Anstrengungen, die Führung im Norden von Gesprächen zu überzeugen. Seoul bestätigte, man habe Pjöngjang ein Verhandlungsangebot unterbreitet und arbeite an den Details. »Wir hoffen, dass Nordkorea an den Verhandlungstisch kommt«, sagte Ryoo Kihl Jae, Südkoreas Minister für Wiedervereinigung.

Verhandlungsbereitschaft Washingtons ließ Kerry, der im Anschluss Peking und Tokio besucht, allerdings noch nicht durchblicken. Die US-Amerikaner versuchen sich noch immer einen Reim auf Nordkoreas Motive und darauf zu machen, wer in Pjöngjang tatsächlich das Sagen hat. »Wer koreanische Kultur kennt, für den ist es schwierig zu verstehen, dass ein 29- oder 30-Jähriger totale Kontrolle über die Bürokratie, das Militär und die Befehlsgewalt haben soll«, sagte ein Berater Kerrys. Die USA wollen Direktgespräche mit Pjöngjang vermeiden und suchen einen Rahmen, der neben Südkorea auch China, Russland und Japan mit in die Pflicht nimmt. Dabei herrschen auch unterschiedliche Auffassungen über Nordkoreas wahres Potenzial. Südkorea hält dessen Atomprogramm für Bluff, die Amerikaner nehmen es ernster. Nach einem Bericht des Militärgeheimdienstes DIA könnte Pjöngjang eine Trägerrakete mit einem Atomsprengkopf bestücken und abfeuern, doch die Technologie sei noch unzuverlässig. Das über Vorgänge im Norden gewöhnlich besser unterrichtete Südkorea indes ist der Ansicht, dass es Pjöngjang noch nicht gelungen sei, einen Atomsprengkopf so zu verkleinern, dass er von einer Rakete getragen werden kann. Der Norden verfüge über die Nukleartechnologie, könne sie aber noch nicht »militarisieren«, mutmaßte Kim Min Seok, Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Derweil laufen in Nordkorea Vorbereitungen für den wichtigsten Feiertag des Jahres auf Hochtouren: Der 15. April ist der Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung, der 1994 verstarb und nach dem Tod zum »Ewigen Präsidenten der Republik« aufstieg. Im ganzen Land stattfindende Paraden und Festivitäten machen kaum den Eindruck, dass sich Nordkorea am Rande eines Atomkriegs befindet. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht ein Potpourri von Meldungen, die Führer und Kultur zelebrieren - und immer mal wieder Giftpfeile in Richtung Süden abfeuern.

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