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NSU-Prozess: Opfervertreter sprechen von Katastrophe

Oberlandesgericht München vertagt Verfahrensbeginn wegen Fehler bei der Akkreditierung von Pressevertretern - neuer Starttermin am 6. Mai

Berlin (Agenturen/nd). Nach der Verschiebung des Starts des NSU-Prozesses auf den 6. Mai haben sich Opfervertreter sehr kritisch geäußert. Der Berliner Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Anwalt von zwei Opferfamilien, sagte der »Mitteldeutschen Zeitung«, er sei »fassungslos und entsetzt«. Man sollte meinen, »dass ein Gericht in der Lage ist, eine Sitzplatzfrage zu klären. Diese Situation hat Slapstick-Charakter bekommen.«

Auch die Ombudsfrau der Bundesregierung für die NSU-Opfer und deren Angehörige, Barbara John, hat die Verschiebung des Prozessbeginns scharf kritisiert. »Das ist eine mittlere Katastrophe«, sagte John der »Berliner Zeitung«. Viele Angehörige hätten sich emotional auf den sie belastenden Prozessbeginn eingestellt. Außerdem hätten sie sich praktisch vorbereitet, etwa durch den Kauf von Fahrkarten oder indem sie Urlaub genommen hätten. Viele Angehörige könnten am neuen Prozessbeginn nun gar nicht mehr teilnehmen.

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