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Auf dem Sprung

Der Schweizer Xherdan Shaqiri nimmt beim 6:1 des FC Bayern im Pokal den VfL Wolfsburg auseinander

  • Von Elisabeth Schlammerl, München
  • Lesedauer: 3 Min.
Der Schweizer Xherdan Shaqiri drängt beim FC Bayern in die Startelf. Bankstürmer Mario Gomez hingegen reichen nicht mal drei Tore in sechs Minuten, um »Mann des Spiels« zu sein.

Gerade eben noch war Uli Hoeneß bester Laune. Mit rot-weißem Schal um den Hals rühmte er seinen FC Bayern München, der dem Ziel, drei Titel zu gewinnen, am späten Dienstagabend mit dem Einzug ins Finale des DFB-Pokals wieder ein kleines Stück näher gekommen war. Von einer »unglaublichen Stimmung« sprach der Präsident, vom immensen Selbstvertrauen der Mannschaft. »Das macht total Spaß.« Doch mit einem Mal blickte er dann doch wieder grimmig in die Runde. Die Frage nach dem Vergleich von Xherdan Shaqiri mit Frank Ribéry gefiel Hoeneß nicht, er witterte offenbar Gefahr. Schließlich sieht er es als seine Aufgabe an, Selbstgefälligkeit in der Mannschaft zu verhindern und reagiert deshalb manchmal wider den Trend.

Die Begeisterung um den quirligen Schweizer Shaqiri, beim 6:1-Sieg über den VfL Wolfsburg im Halbfinale auffälligster Münchner, war Hoeneß zu groß. Spitz merkte er an: »Shaqiri ist Shaqiri und Ribéry ist Ribéry. Er muss noch lange warten, bis er ein Ribéry wird.«

Die präsidiale Einordnung war zwar nicht ganz falsch, aber an diesem Abend hatte sich der 21-Jährige doch Lob verdient. Er vertrat gegen Wolfsburg eigentlich den gesperrten Franck Ribéry, war aber nur selten auf der linken Außenseite zu finden. Shaqiri zog immer wieder in die Mitte, nutzte die Räume, die die Niedersachsen gewährten, als sie sich darum bemühten, Bastian Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld aus dem Spiel zu nehmen. Drei der sechs Tore bereitete Shaqiri vor, eines erzielte er selbst. »Er hat das taktisch gut ausgenutzt«, befand Sportvorstand Matthias Sammer.

Dass er Shaqiris Leistung auch noch als »Weltklasse« bezeichnete, dürfte Hoeneß nicht gefallen haben. Vielleicht auch nicht, was Shaqiri selbst zu seinem Auftritt sagte. »Es war ein tolles Spiel von uns, auch von mir.« fand er. Ein gewisses Selbstbewusstsein ist als Bayern-Profi nicht nur nützlich, sondern neben der spielerischen Qualität auch Voraussetzung, um sich in München durchzusetzen. Und Shaqiri erweckte auch an diesem für ihn so besonderen Abend nicht den Eindruck, am Ziel angekommen zu sein. Noch ist er kein Stammspieler beim FC Bayern, doch in seinem ersten Jahr in München gehört er immerhin schon zu den ersten Wechselalternativen, weil er auf fast allen Position in der Offensive spielen kann. Zumindest national setzte Shaqiri immer wieder Akzente. In sechs der vergangenen sieben Bundesligaspiele gehörte er zur Anfangself. »Man hat gesehen, dass ich im Rhythmus bin. Das hat mir gut getan.« In einer Woche wird er gegen den FC Barcelona aber eher wieder auf der Bank Platz nehmen. Der Sprung von der ersten Schweizer Liga zur Champions League ist noch nicht vollzogen, aber Trainer Jupp Heynckes findet, er werde einmal »ein außergewöhnlicher Spieler« sein.

Der international erprobte Mario Gomez hingegen scheint seine beste Zeit beim FC Bayern hinter sich zu haben. Trotzdem hat er dem Schweizer am Dienstag die Bezeichnung »Mann des Abends« noch mal streitig gemacht. Gomez war eine Viertelstunde vor Spielende eingewechselt worden, hatte dann innerhalb von sechs Minuten drei Tore erzielt - und sich damit für einen Einsatz gegen Barcelona empfohlen. Immerhin ist Sturmkontrahent Mario Mandzukic im Halbfinalhinspiel am Dienstag gesperrt. Für Gomez gab es aber keinen Grund, darüber ein Wort zu verlieren. Er verließ die Arena durch den Hinterausgang. »Er hat sich still gefreut«, meinte Heynckes. »Das ist ja auch wunderbar.«

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