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Human Rights Watch wirft Birma »ethnische Säuberung« vor

125.000 Vertriebene, Dutzende Tote: Muslimische Minderheit der Rohingya wird verfolgt

Bangkok (AFP/nd). Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der Regierung von Birma eine "Kampagne der ethnischen Säuberung" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. Diese seien Opfer zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord, Verfolgung, Deportation und Zwangsumsiedlungen, erklärte die Organisation am Montag.

Im westlichen Bundesstaat Rakhine habe im Oktober eine aufgebrachte Menge mit Rückendeckung von Mönchen und Sicherheitskräften muslimische Dörfer angegriffen, Einwohner getötet oder vertrieben. Bis heute verweigere die Regierung den Opfern Hilfe, erklärte HRW.

Laut HRW wurden 125.000 Angehörige der Rohingya oder andere Muslime gewaltsam vertrieben. Ihnen werde jegliche humanitäre Hilfe sowie die Rückkehr in ihre Heimatdörfer verweigert. Den Sicherheitskräften warf die Organisation vor, der Gewalt tatenlos zuzusehen oder sich an ihr zu beteiligen und anschließend alle Hinweise auf die Verbrechen zu vernichten. Anhand von mehr als hundert Gesprächen habe sie Beweise für vier Massengräber in Rakhine zusammentragen können, erklärte HRW.

Die Bevölkerung Birmas ist zu fast 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime. In Rakhine leben etwa 800.000 Rohingya. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind sie eine der meistverfolgten Minderheiten weltweit. Seit vergangenem Juni wurden in Rakhine dutzende Menschen, meist Angehörige der Rohingya, getötet. Bei weiterer Gewalt gegen Muslime in Zentralbirma starben vergangenen Monat 43 Menschen.

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