Marlene Göring 23.04.2013 / Politik

Notlösung seit 20 Jahren

Bündnis kritisiert Tafeln als »vormodernes Almosensystem« / Berliner Tafel: Eine Quatschdiskussion

Von der Öffentlichkeit wird sie als Helfer in der Not gesehen. Für ein Aktionsbündnis ist die Deutsche Tafel dagegen Symbol für sozialen Abstieg und eine verfehlte Sozialpolitik.

»Mit Lebensmittelrettung kann man keine Armut bekämpfen«, sagt Stefan Selke, Sozialforscher und Mitinitiator des »kritischen Aktionsbündnisses 20 Jahre Tafeln«. Pünktlich zum Geburtstag der Tafeln in Deutschland wollen er und seine Mitstreiter deren positives öffentliches Bild zurechtrücken. Die Tafeln übernähmen heute die Grundversorgung Bedürftiger - was eigentlich Aufgabe des Staates sei, kritisiert Selke.

»Der ursprüngliche Leitsatz, Überflüssiges zu verteilen, gilt längst nicht mehr«, so Selke. »Heute geht es darum, Fehlendes zu ersetzen.« Ein »vormodernes Almosensystem« sei in den beiden letzten Jahrzehnten entstanden - das der Politik Argumente liefere, sich immer mehr aus der Verantwortung zu ziehen. Die Tafel hätte eine expansive Eigenlogik entwickelt, vergleichbar mit der eines Großunternehmens. »Armut wird zu einer Ware, von der Dritte profitieren«, meint der Soziologieprofessor mit Hinweis auf die Strukturen und de...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:

Haben Sie ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: